Rund um die Ackerstraße
27. Mai 2011 | Von Lola Magazin | Kategorie: Düsseldorf, SchaufensterDie Ackerstraße beginnt ungefähr am Worringer Platz, zieht sich ein kleines Stück durch Stadtmitte, vermittelt in diesem Teil ein wenig Bahnhofsatmosphäre und wird spätestens ab der Ecke Beethovenstraße zum Herzstück von Flingern Nord.
Der Stadtteil mit seinen ca. 21.000 Einwohnern, deren Durchschnittsalter 42 Jahre beträgt, hat sein Image in den letzten drei Jahren komplett verändert. Es ist ein junges, trendiges und sehr kreatives Kulturviertel mit Galerien, Modeateliers und spannender Gastronomie entstanden, das in Düsseldorf so einzigartig ist. Rund um die Ackerstraße wohnen in den schönen, sanierten Altbauwohnungen junge Familien oder Singles, die Mieten sind bisher noch erschwinglich, was sich aber mit der zunehmenden Attraktivität des Viertels ändern könnte.
Wer einen Einkaufsbummel auf der Ackerstraße machen möchte, kommt am besten freitags oder samstags, denn viele der kleinen, inhabergeführten Geschäfte haben nur an diesen beiden Tagen geöffnet. Ganz unterschiedliche Geschäfte, die aber die Kreativität vereint, laden zum Stöbern und Kaufen ein, wie zum Beispiel das PerlenReich mit seiner schier unerschöpflichen Auswahl an Perlen und Accessoires zur Verwirklichung der eigenen Schmuckideen. In der Butik wird neben Kleidung und Accessoires auch Wohndekoration angeboten und bei Elementarteilchen findet der interessierte Kunde ausgefallene Second-Hand-Mode von den 1950er Jahren bis heute. Vielleicht hat der Besucher auch Lust, seine T-Shirts bedrucken zu lassen – dann stattet er am besten der Druckbar einen Besuch ab. Wer Interesse hat, ein bisschen zu „trödeln“, schaut sich in der Schatztruhe um und findet neben Trödel auch jede Menge Antikes. Und wer gern guten Wein trinkt, ist in der Enoteca il Mugello bestens aufgehoben und kann in entspannter Atmosphäre die edlen Tropfen probieren. Nebenbei bemerkt hat auch der bekannte Düsseldorfer Designer Norman Icking sein Atelier hier, gleich um die Ecke an der Hermannstraße. Auch für Kultur und Bildung ist gesorgt, denn das Kleinkunsttheater Flin ist ebenso auf der Ackerstraße beheimatet wie das ASG Bildungsforum.
Shoppen und Bilden machen hungrig und durstig – und auch hier bleiben keine Wünsche offen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ganz wunderbar sind die selbst gebackenen Kuchen im Café Hüftgold oder – neben den täglich wechselnden Mittagsgerichten – die frischen Pommes mit leckerer Wurst in der fritte. Ein echter Geheimtipp ist das Vitale. In diesem kleinen Wohnzimmer-Restaurant gibt es nicht nur eine täglich wechselnde Mittagskarte, die immer ein vegetarisches Gericht enthält, sondern auch kulinarische Themenabende und vieles mehr. Und passend zum endlich wärmer werdenden Wetter bietet sich ein Besuch bei Normanns Eisfabrik an. Hier gibt es so ausgefallene Eissorten wie zum Beispiel Lemon-Basilikum oder Sanddorn – einfach köstlich.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl der vielen Einzelhändler in Flingern ist übrigens groß, denn am 26. Mai findet bereits zum fünften Mal „Flingern at Night“ statt. Dann haben Bewohner und Besucher die Gelegenheit, bis 24 Uhr zu flanieren, zu shoppen und vor allem zu genießen.
Wer einen ganzen Nachmittag mit Bummeln, Stöbern und Schauen auf der Ackerstraße verbracht hat, sehnt sich vielleicht nach einer kleinen Auszeit, nach ein wenig Ruhe. Dann bietet sich entweder die Elisabethkirche am Vinzenzplatz an, Düsseldorfs einzige Kirche, die an beiden Seiten von Häusern umschlossen ist, oder die Liebfrauenkirche St. Mariä Himmelfahrt am Cranachplatz, ein imposantes Gebäude mit fünf Portalen und einem 60 Meter hohen Turm. Wer es nicht schafft, beide Kirchen anzuschauen, hat jedenfalls einen guten Grund, bald wieder nach Flingern zu kommen.
Beate Werthschulte



